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Sag doch mal, ...

.. "wie gehtsn euch eigentlich so?" , "Habt ihr euch schon richtig eingelebt?" und

"vermisst du nicht manchmal deine Arbeit?"

Das ist nur ein kleiner Auszug, der Fragen, die ich oft gestellt bekomme.


Und Heute ist so ein Tag, an dem ich mal alles aufn Tisch kloppe, ungeschönt ehrlich bin und nicht drumherum quatsche (mach ich auch sonst nicht, aber heute mal noch viel weniger

:-D), denn alle Fragen greifen doch irgendwie ineinander. Also, wo fang' ich an?


Es gibt Tage, da denke ich tatsächlich an meine alte Arbeitsstelle. An "meine" Schüler und die Kolleginnen. Und natürlich an die Rahmenbedingungen, die mein ehemaliger Arbeitgeber geboten hat: unbefristeter Arbeitsvertrag, Tariflohn und sehr humane Arbeitszeiten. Würde ich in diese Position wieder zurück können? Ha, da ist er... dieser Sicherheitsanker den wir Deutschen ja irgendwie doch alle mit uns rumschleppen. Die Frage kann ich weder mit einem klaren "Ja" noch "Nein" beantworten. Will ich das denn überhaupt? Wir haben uns ja bewusst für die Auswanderung entschieden, nur gab es in den letzten Wochen eine Zeit, in der ich ein ausgeprägtes Heimweh hatte. Warum?

Wir haben es ja schön hier, aber: mir fehlen sehr meine sozialen Kontakte. Wir leben in einem kleinen Dorf mit ca. 60 Einwohnern, unweit entfernt von Georgiopouli. Zwei deutsche Teilzeitauswanderer hat es tatsächlich auch vor ein paar Jahren hier her verschlagen, aber wie der Name "Teilzeitauswanderer" schon sagt: sie sind nur Teilzeit hier. Ansonsten ist es schwer, Kontakte zu Leuten in unserem Alter zu knüpfen beziehungsweise generell erst einmal Leute in unserem Alter zu finden. Ich glaube daher dauert auch die Sache mit dem "richtig einleben" bei mir noch ein wenig. Dennoch will und werde

ich nicht nach neun Monaten die Flinte ins Korn werfen. Wir sind nicht grundlos 2015 "zufällig" hier gelandet. Und wir sind auch nicht grundlos jedes Jahr wieder gekommen. Und erst Recht haben wir nicht grundlos im vergangenen Jahr unsere Sicherheiten in Deutschland aufgegeben und uns in das Abenteuer Auswandern gestürzt.

Wie langweilig wäre es denn bitte auch, in ein, zwei oder drei Jahren zu sagen:

"Auswandern und die Familie und Freunde zurückzulassen? Ja, also war gar nicht schwer und es lief auch alles vollkommen easypeasy ab."

In den kommenden Wochen kommen uns Freunde aus Deutschland besuchen und wir werden nach dem Sommer und nach der Olivenernte im Herbst ein erstes Resümee ziehen.


Apropos Olivenernte, liebe Freunde: wir werden zwar Mitte Oktober aufgrund Geburtstage von Familienmitgliedern für ein paar Tage in die Heimat fliegen, anschließend hier aber bei der Olivenernte mithelfen. Da es uns selbst ein Anliegen ist, pestizidfreie Lebensmittel zu uns zu nehmen, werden wir auch ausschließlich auf Olivenhainen helfen, in denen nicht gespritzt wird. Das wiederum bedeutet für euch, dass wir vermutlich ab Mitte/Ende November kaltgepresstes, nicht gespritztes Olivenöl für euch im Angebot haben werden. Ohne Gedöns, dafür mit ganz viel Liebe. Den Verlauf der Ernte werde ich für euch fotografisch dokumentieren und natürlich freuen wir uns schon jetzt über eure Anfragen für unser Öl. Weihnachten ist ja auch nicht mehr allzu weit weg... ;-)


J





 
 
 

2 commentaires


Simone Schmid
Simone Schmid
14 juil. 2022

Efcharisto poli für den Lage-und Stimmungsbericht!🤝🏻 Auch im Garten Eden ist mal bewölkt ⛅️,aber am Ende gewinnt die 🌞! Da bin ich recht sicher, Ihr werdet das meistern! 👩‍❤️‍👨 🍀🍀🍀🍀🤝🏻

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feelslikecrete
feelslikecrete
15 juil. 2022
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💞💞💞💞

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